Verschlusszeit: Bewegung einfrieren oder verwischen lassen
Die Verschlusszeit ist die Zeit, in der der Sensor Licht sammelt. Sie bestimmt, wie hell das Foto wird, aber sie entscheidet auch, wie Bewegung aussieht, und das ist oft wichtiger.
Die Idee
Verschlusszeiten werden als Bruchteile einer Sekunde geschrieben: 1/1000 ist eine Tausendstelsekunde, 1/30 eine Dreißigstelsekunde. Alles, was sich bewegt, während der Verschluss offen ist, hinterlässt eine Spur im Foto. Eine kurze Verschlusszeit fängt einen Moment ein und friert ihn ein. Eine lange zeichnet die ganze Bewegung als Unschärfe auf.
Keins von beiden ist falsch. Ein scharfer Wasserspritzer und ein seidiger Wasserfall sind beides gute Fotos. Worauf es ankommt, ist die Entscheidung.
Zwei Arten von Unschärfe
- Bewegungsunschärfe: Das, was du fotografiert hast, hat sich bewegt. Dagegen hilft nur eine kürzere Verschlusszeit.
- Verwacklung: Deine Hände haben sich bewegt. Alles ist verschmiert, auch das, was stillstand. Die Stabilisierung des iPhone hilft hier viel, ebenso, die Ellbogen an den Körper zu drücken oder sich an eine Wand zu lehnen.
Die Stabilisierung beruhigt das iPhone, nicht die Szene. Eine lange Verschlusszeit kann ein Gebäude scharf halten, während eine vorbeigehende Person trotzdem verwischt.
Jede Änderung der Verschlusszeit ist eine Änderung der Belichtung
Eine kürzere Verschlusszeit lässt weniger Licht herein, also muss etwas anderes das ausgleichen. Auf dem iPhone ist das der ISO-Wert. Gehst du von 1/125 auf 1/500 (zwei Stufen kürzer), muss ISO um zwei Stufen steigen, damit die Helligkeit gleich bleibt. Bei hellem Tageslicht ist das kein Problem. Drinnen oder in der Dämmerung kann ISO dadurch so hoch steigen, dass Rauschen sichtbar wird, und darum geht es in der nächsten Lektion.
In Chobial
- Öffne die Steuerung und tippe auf MODUS, dann auf S (Zeitvorwahl). Du wählst die Verschlusszeit, Chobial den passenden ISO-Wert.
- Tippe auf ZEIT. Rechts öffnet sich das Rad. Zieh nach oben für mehr (länger, mehr Licht) und nach unten für weniger.
- Tippe auf dem Rad auf AUTO, um die Verschlusszeit wieder der Kamera zu überlassen.
Auch in P denkt Chobial an Bewegung. Folgt die Kamera einem Menschen, hält sie die Verschlusszeit bei 1/60 s oder kürzer, bei einem Haustier bei 1/125 s oder kürzer. Tippe innerhalb der weißen Ecken um einen Menschen oder ein Haustier, damit die Kamera ihm folgt. Die Ecken werden grün.
Erst einfrieren, dann verwischen
- Such dir etwas, das sich gleichmäßig bewegt: einen laufenden Wasserhahn, einen Ventilator, Verkehr, einen Freund, der vorbeigeht.
- Wechsle zu S und stell die Verschlusszeit auf 1/1000. Mach ein Foto.
- Stell 1/60 ein und mach noch eins, dann 1/8, mit dem iPhone gegen etwas Festes gestützt.
- Vergleiche die drei in der Mediathek. Achte darauf, wie der ISO-Wert unter ⓘ gesunken ist, je länger die Verschlusszeit wurde.
Weiter geht es mit der anderen Hälfte des Gleichgewichts: ISO und Rauschen.
Fragen
Was ist die längste Verschlusszeit, die ich aus der Hand halten kann?
iPhones haben eine sehr gute Stabilisierung, bei einem unbewegten Motiv ist deshalb etwa 1/15 bis 1/30 s oft scharf, wenn du den Atem anhältst und die Arme abstützt. Bewegte Menschen brauchen kürzere Zeiten, egal was die Stabilisierung leistet, denn sie beruhigt das iPhone, nicht die Menschen.
Warum ist mein Foto unscharf, obwohl die Verschlusszeit kurz war?
Wahrscheinlich liegt es am Fokus, nicht an Bewegung. Ist nur ein Teil weich und der Rest scharf, hat die Kamera auf das Falsche fokussiert. Sieh dir die Lektion über Fokus an.
Warum wird mein Foto körnig, wenn ich drinnen eine kurze Verschlusszeit wähle?
Im Modus S hebt die Kamera den ISO-Wert an, um das Licht auszugleichen, das eine kurze Verschlusszeit verschenkt. Drinnen kann das einen hohen ISO-Wert und sichtbares Rauschen bedeuten. Wähle die längste Verschlusszeit, die dein Motiv noch einfriert.