ISO und Rauschen: fotografieren, wenn das Licht ausgeht
Wenn das Licht für die Verschlusszeit, die du brauchst, nicht reicht, gleicht die Kamera den Rest mit ISO aus. So bekommst du in einem dunklen Raum überhaupt ein Foto, aber es hat seinen Preis: Rauschen.
Die Idee
ISO ist Verstärkung. Der Sensor sammelt eine bestimmte Menge Licht, und ISO legt fest, wie stark dieses Signal verstärkt wird, bevor daraus ein Foto wird. ISO 100 ist eine kleine Verstärkung, ISO 1600 ist sechzehnmal mehr, vier Stufen heller aus genau demselben Licht.
Der Haken: Verstärkung fügt kein Licht hinzu. Sie macht alles lauter, auch das zufällige Flimmern, das jeder Sensor erzeugt. In einer hellen Szene ist dieses Flimmern winzig neben dem echten Signal. In einer dunklen nicht, und dann zeigt es sich als Sprenkel, Farbflecken und matschige Details, vor allem in den Tiefen. Das ist Rauschen.
Die Regel ist also einfach: Nimm den niedrigsten ISO-Wert, mit dem du auskommst, und hebe ihn nur an, wenn die Verschlusszeit sonst zu lang würde.
Ein dunkles Foto oder ein verrauschtes?
In der Dämmerung stehst du vor einer Wahl. Bleibt ISO niedrig, wird die Verschlusszeit länger, bis das Foto verwackelt. Hebst du ISO an, bleibt das Foto scharf, mit etwas Rauschen. Ein scharfes, leicht verrauschtes Foto ist fast immer besser als ein sauberes, unscharfes. Rauschen lässt sich hinterher reduzieren oder wie Filmkorn aussehen lassen. Unschärfe lässt sich nicht rückgängig machen.
In Chobial
- Öffne die Steuerung, tippe auf MODUS und wähle ISO (ISO-Vorwahl). Du wählst den ISO-Wert, Chobial die Verschlusszeit.
- Tippe auf ISO. Rechts öffnet sich das Rad. Jeder Schritt ist eine Stufe. Der Bereich hängt vom Objektiv ab, das du verwendest.
- Behalte die Verschlusszeit in der Anzeige im Blick. Wird sie länger als etwa 1/30, halte ganz still oder hebe ISO an.
Im Modus S ist es umgekehrt: Du stellst die Verschlusszeit ein, und Chobial hebt ISO so weit an wie nötig. In P gleicht Chobial beides für dich aus.
Nach der Aufnahme können Chobials Filme helfen. Jeder Film hat einen Bereich Entwicklung mit Rauschreduzierung und Schärfung für das Negativ und einen Bereich Effekte mit Korn nach dem Vorbild echter Filme. Ein wenig Filmkorn über einem verrauschten Foto sieht oft besser aus als der Versuch, alles wegzuglätten. Mehr dazu: warum digitales Korn unecht aussieht.
Finde die Rauschgrenze deines iPhone
- Bau in einem dunklen Raum etwas mit dunklen Flächen und feiner Struktur auf: ein Bücherregal, einen Pullover, eine Pflanze.
- Wechsle in den Modus ISO. Mach ein Foto mit dem niedrigsten ISO-Wert, halte dabei ganz still oder leg das iPhone auf etwas ab.
- Mach weitere Fotos und hebe ISO jedes Mal um ein paar Schritte an, bis du das Ende des Rads erreichst.
- Zoom in der Mediathek mit zwei Fingern in die Tiefen jedes Fotos. Such den höchsten ISO-Wert, mit dem du noch zufrieden wärst. Das ist deine persönliche Grenze für dieses Objektiv.
- Probier dasselbe mit dem Objektiv 0.5× oder 2× aus der Objektivmarkierung. Kleinere Sensoren rauschen früher.
Jetzt kennst du beide Stellräder. Als Nächstes das Werkzeug, das dir sagt, ob du sie gut eingesetzt hast: das Histogramm.
Fragen
Welchen ISO-Wert soll ich nehmen?
Den niedrigsten, der dir noch eine ausreichend kurze Verschlusszeit für dein Motiv gibt. Bei Tageslicht ist das meist der niedrigste ISO-Wert des iPhone. Drinnen und nachts nimm lieber einen höheren ISO-Wert in Kauf als ein verwackeltes Foto.
Ist Rauschen dasselbe wie Korn?
Nein, auch wenn beides verwandt ist. Rauschen ist zufälliges Gesprenkel vom Sensor, am stärksten in den Tiefen und oft farbig. Filmkorn hat eine eigene Struktur und folgt den Tonwerten des Fotos. Chobials Filme fügen Korn nach dem Vorbild echter Filme hinzu, und das kann ein verrauschtes Foto gewollt aussehen lassen.
Warum ändert sich der ISO-Bereich, wenn ich das Objektiv wechsle?
Jedes iPhone-Objektiv hat einen eigenen Sensor, und jeder hat seinen eigenen ISO-Bereich. Chobials Rad zeigt nur, was das Objektiv kann, das du gerade verwendest.